Twitter

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Twitter ist ein im Jahr 2006 gegründeter aktiver und kostenfreier Kurznachrichtendienst, der es erlaubt, Nachrichten nur mit einer Zeichenlänge von 280 Unicode-Zeichen zu versenden. Diese Nachrichten werden "Tweets" genannt. Der Zugang zu diesem Dienst wird über die Internetseite www.twitter.com oder mittels Zugang über Applikationen für z.B. mobile Endgeräte gewährt.

Twitter hat seinen Sitz in San Francisco, Kalifornien und gehört der Twitter Inc., die neben dem Stammsitz 12 weitere Standorte in den USA und 28 internationale Standorte betreibt. Erfinder und CEO von Twitter ist Jack Dorsey. Weltweit gibt es 330 Millionen aktive Twitter-Nutzer (Stand: 3. Quartal 2017), davon schätzungsweise 12 Millionen in Deutschland.

Ziel

Das Unternehmen bezeichnet das Ziel von Twitter wie folgt: Jeder kann seine Ideen und Informationen sofort und über Grenzen hinweg teilen.

Funktionen

Tweets

Als Tweets (von englisch tweets "Piepser" oder "Gezwitscher") werden die Kurznachrichten auf Twitter bezeichnet. Sie hatten bisher einen Umfang von maximal 140 Unicode-Zeichen. Tweets können mittels Hashtags verschlagwortet werden, aber auch Links, Fotos, Videos, Standortangaben oder Umfragen aufnehmen.


Twitter hat im September 2016 die strenge Beschränkung der Zeichenzahl etwas aufgeweicht, indem zitierte Tweets, Fotos, GIFs und sonstige Anhänge nicht mehr als Teil des (neuen) Tweets gezählt werden, und somit dieser mit eigenen 140 Zeichen gefüllt werden kann. Anhänge, die auf einer anderen Plattform als Twitter hochgeladen werden/wurden, zum Beispiel Youtube, zählen allerdings weiterhin bei der Zeichenzahl des Tweets mit.

Im März 2017 wurde auch die Beschränkung der Zeichenzahl für die Antwort-Funktion (Replies) aufgehoben, so dass seither die Zeichenanzahl des Nutzernamens, an den man die Antwort sendet, nicht zu den 140 Zeichen mitgezählt werden, sondern sozusagen „frei“ ist. Gerade bei einer Antwort an mehrere Nutzer macht dies für die Länge der Antwort einen erheblichen Unterschied.

Nach diesen diversen Zugeständnissen hob Twitter im November 2017 zu einem großen Coup an und veränderte, was seit 2006 sein Markenzeichen war: die Begrenzung auf 140 Zeichen pro Tweet. Seit dem 7.11.2017 gilt für alle Länder außer Japan, Korea und China der neue Wert von 280 Zeichen pro Nachricht. Begründet hat CEO Dorsey diese nach mehrwöchiger Testphase entschiedene Veränderung damit, dass er den Nutzern mehr Raum geben wolle, um sich ausdrücken zu können und dachte dabei speziell auch an die deutsche Sprache. Aber auch 9% aller Tweets in englischsprachigen Ländern waren an der 140 Zeichengrenze gescheitert. Anders verhielt es sich in den Ländern, die Schriftzeichen statt Buchstaben verwenden, weswegen diese von der Maßnahme ausgeklammert wurden.

Nicht alle Twitterfans sind begeistert über diese Entscheidung und ob es tatsächlich den gewünschten Zweck erfüllt bleibt abzuwarten. Nur wenige Tage später, am 10.11.2017 wurde auch die Zeichenbegrenzung für die Nutzernamen von 20 auf 50 ausgedehnt, was bei Kritikern Verwunderung auslöste. Manch einer hätte sich eher gewünscht, Twitter wäre das Problem von Diskriminierung, Hassreden und Falschinformationen vehementer angegangen.

Im Rahmen der Neuerung wurde ebenfalls bemängelt, dass Twitter keine Edit-Funktion für Tweets einführt, bei der man Tweets nachträglich bearbeiten kann. Die Community wünscht sich diese Funktion schon seit längerem.

Hashtag

→ Hauptartikel: Hashtag

Mittels Hashtags lassen sich Tweets auf Twitter verschlagworten. Ein Hashtag formt sich aus dem Rautensymbol (#), an das ohne Leerzeichen das entsprechende Schlagwort angefügt wird.

Innerhalb von Twitter haben sich ganze Hashtag-Rituale entwickelt, wie z.B. der Throwback Thursday, der Tweets mit retrospektivem Charakter mit dem Hashtag #TBT verschlagwortet, sowie der Follow Friday, der zum Folgen von befreundeten Twitter-Accounts unter dem Hashtag #FF aufruft.

Jeden Tag werden dem Nutzer "Trends" angezeigt, die sich mehrmals am Tag ändern. Sie zeigen die Hashtags an, die momentan sehr beliebt bei Twitter sind bzw. heiß diskutiert werden. Es gibt verschiedene Wege, sich genau die Trends anzeigen zu lassen, die einen interessieren. Das können auf den Nutzer persönlich zugeschnittene Hashtags sein (basierend auf Interessen und Ort des Nutzers), lokale nach Städten und Ländern oder weltweite Trends. Das Trends-Feld wird auf jeder Twitter-Seite angezeigt.


Favorisieren

Die Nutzer von Twitter können einen Tweet „liken“ (auch „faven“ genannt). Bis zum 3. November 2015 gab es diese Möglichkeit mit einem kleinen Stern-Icon, den sogenannten "Favstar" oder "Favoritenstern". Inzwischen wurde dieser durch ein kleines Herzsymbol ersetzt, dass in seiner Anwendung dem „Gefällt mir“-Button von Facebook entspricht. Ein Tweet wird aus unterschiedlichen Gründen gelikt (siehe Jochen Mai: Fav-Guide: 20 Gründe einen Tweet zu herzen. Karrierebibel. Abgerufen am 16. Januar 2018.), meistens allerdings weil die Nutzer einem Tweet zustimmen oder den Autoren unterstützen wollen.

Retweet

Als „Retweet“ wird eine Funktion bezeichnet, mit der man Tweets anderer Nutzer auf der eigenen Timeline anzeigen (teilen) kann und sie so unter den eignen Followern verbreitet. Es handelt sich um eine zentrale Funktion von Twitter, durch die Nachrichten in minutenschnelle sehr weit verbreitet werden können. Zudem sagt die Anzahl an Retweets viel über die Verbreitung eines Twitter-Accounts aus. Durch Retweets der eigenen Follower wird man auf Tweets und Accounts aufmerksam, die einen evtl. selbst interessieren könnten, die man aber bisher übersehen hatte. Umgekehrt heißt das, dass Retweeten auch eine effektive Methode ist, neue Follower zu gewinnen. Es gilt also generell je mehr desto besser!

Es gibt zwei Möglichkeiten zu retweeten: manuell und automatisch. Beim manuellen Retweet kopiert man den jeweiligen Tweet, den man mit den eigenen Followern teilen möchte und stellt ihm das Kürzel „RT @Originalautor“ voran. Diese Form des Retweetens bietet sich vor allem dann an, wenn man auf Blogbeiträge oder interessante Websites hinweisen möchte. Man kann einen solchen manuellen Tweet zudem kommentieren. Beim automatischen Retweet nutzt man den unter jedem Tweet bereitgestellten Retweet-Button (2 Pfeile). Diese Form des Retweets bietet sich vor allem dann an, wen man den Tweet eines anderen Nutzers im genauen Wortlaut mit den eigenen Followern teilen möchte. Auch beim automatischen Retweet gibt es die Möglichkeit zu kommentieren, man kann aber auch darauf verzichten. Ratsam ist es, nicht zu häufig ohne Kommentar zu retweeten, da man sonst leicht nur noch als „Nachrichten-Schleuder“ wahrgenommen werden könnte. Wenn man die Kommentarfunktion nutzt, kann man nicht nur deutlich machen, warum der jeweilige Retweet interessant oder relevant ist, sondern sich auch positionieren und damit ggf. als Experte zu profilieren.

Weitere Tipps zum richtigen Retweeten: https://de.wikihow.com/Richtig-retweeten

zusätzliche Funktionen

Auf Twitter gibt es die Möglichkeit, Accounts oder Wörter bzw. Wortgruppen in Tweets stummzuschalten. Diese erscheinen dann nicht mehr in der Timeline (Feed).

Accounts stummschalten kann man hier: https://twitter.com/settings/muted_following

Wörter und Wortgruppen lassen sich hier stummschalten: https://twitter.com/settings/muted_keywords

Applikationen

Neben dem Login per Webseite über www.twitter.com, sind für mobile Endgeräte über die Distributionsplattformen Apple App-Store, Google Play und Microsoft Store kostenlos erhältlich.


Analysetool (hier als Beispiel BackTweets)

BackTweets [1] ist ein Twitter-Analysetool, mit dem Benutzer in einem Tweet-Archiv nach Links suchen können, einschließlich verkürzter URLs, die auf Twitter gesendet wurden.

Funktion

Mit BackTweets können Einzelpersonen, Unternehmen und ihre Konkurrenten die Menge und Qualität ihrer Twitter-Reichweite messen, indem sie die Anzahl der getweeten Links sowie den tatsächlich erstellten Tweet anzeigen. Aus geschäftlicher Sicht kann der BackTweets-Service Unternehmen dabei helfen, die Interaktion von Einzelpersonen mit ihrer Marke zu verstehen. Für den Dienst ist weder ein Benutzername noch eine Registrierung auf der Website erforderlich. Im Gegensatz zur Suchfunktion von Twitter verfolgt BackTweets alle getweeteten Links, unabhängig von der Form, in der sie geteilt wurden, und verhindert so, dass Nutzer fragmentierte Informationen über ihre Twitter-Link-Präsenz erhalten. Als Antwort auf eine Suche werden Tweets in umgekehrter chronologischer Reihenfolge zurückgegeben, wobei die neuesten Tweets zuerst in der Liste erscheinen.

Geschäftsmodell und Wirtschaftsdaten

Twitter ist für seine Nutzer kostenlos. Seinen Umsatz erzielt das Unternehmen daher vor allem im Anzeigengeschäft mit Werbung, die den Nutzern eingeblendet wird. Im 3. Quartal 2017 lag der Umsatz bei ungefähr 590 Millionen US-Dollar. Trotz dieser auf den ersten Blick beeindruckenden Zahl schreibt Twitter weiterhin rote Zahlen, daran konnte auch der erfolgreiche Börsengang 2013 nichts ändern.

Der Kurznachrichtendienst ist nicht nur selbst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, Twitter spielt im Bereich E-Commerce auch für andere Unternehmen eine wichtige Rolle: So haben in Deutschland 2017 circa 77 Prozent aller Online-Shops einen eigenen Twitter-Account.

Quellen

  1. Unternehmensdarstellung Twitter Abgerufen am 22. Dezember 2015
  2. Die Welt: Was ist Twitter eigentlich? Abgerufen am 22. Dezember 2015
  3. Erste Schritte auf Twitter Abgerufen am 22. Dezember 2015
  4. FAZ: In der Kürze lag die Würze Abgerufen am 22. Dezember 2015
  5. Was sind Hashtags? Abgerufen am 22. Dezember 2015
  6. RP: Populäre Hashtags und ihre Bedeutungen Abgerufen am 22. Dezember 2015
  7. Twitter im Apple App-Store Abgerufen am 22. Dezember 2015
  8. Twitter auf Google Play Abgerufen am 22. Dezember 2015
  9. Twitter im Microsoft Store Abgerufen am 22. Dezember 2015
  10. Statistiken zu Twitter unter Statista - Das Statistik-Portal' Abgerufen am 4. Dezember 2017
  11. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Twitter-verdoppelt-maximale-Laenge-der-Tweets-auf-280-Zeichen-3883047.html

Bericht auf telegrapf.co.uk [2] Abgerufen am 7. Juni 2017
Erklärung im offiziellen Twitter-Blog [3] Abgerufen am 7. Juni 2017