Totmannschalter
Definition
Bei einem Totmannschalter (auch Totmannmelder, Totmannwarner, Totmanneinrichtung genannt) handelt es sich, um eine Sicherheitsvorrichtung, welche überwacht, ob Mitarbeiter, die ihre Aufgaben außer Hör-und Rufweite von anderen verrichten handlungsfähig sind, um im Notfall (Unfall oder Fremdeinwirkung) schnellstmöglich Hilfe (Notruf, Sicherheitsdienst) anzufordern. Eine potentielle Gefahrenlage wird anhand bestimmter Kriterien überprüft, wie z.B. der Körperlage und Bewegungslosigkeit. [1] [2] Diese Vorrichtung dient jedoch nicht nur dem Schutz des Mitarbeiters, sondern darüber hinaus auch als rechtliche Absicherung für den Arbeitgeber. [3]
Funktionsweise
Bei der Funktionsweise des Totmannschalters wird zwischen willensabhängiger sowie willensunabhängiger Alarmauslösung unterschieden. Sobald der Alarm ausgelöst wird, wird ein Signal an die zuständige Serviceleitstelle gesendet. Über GPS oder Funksignal wird der genaue Standort des Mitarbeiters ermittelt, welcher im Anschluss daran entweder an die Polizei oder den Notdienst weitergegeben wird. [4]
Willensabhängiger Alarm:
Beim willensabhängigen Alarm ist es notwendig, dass der Mitarbeiter, der sich in einer Notlage befindet, bei vollem Bewusstsein ist, da er den Alarm selber aktiv auslösen muss. Dies geschieht z.B. über einen SOS-Knopf am Totmannschalter, welcher doppelt oder lange gedrückt wird, um einen stillen Alarm zu senden. [5]
Willensunabhängiger Alarm:
Bei der willensunabhängigen Alarmauslösung wird automatisch ein Signal gesendet, wenn ein Mitarbeiter z.B. infolge eines Unfalls oder eines medizinischen Notfalls nicht mehr in der Lage ist, selbständig Hilfe anzufordern. Hierzu werden mehrere Kriterien herangezogen, anhand derer entschieden wird, ob ein Mitarbeiter Unterstützung benötigt. So wird beim sogenannten Ruhealarm nach einer festgelegten Zeit ein Alarm ausgelöst, wenn der Mitarbeiter sich nicht mehr bewegt und vermutlich bewusstlos ist. Zudem wird beim Lagealarm ein Notsignal gesendet, wenn der Körper des Mitarbeiters über einen längeren Zeitraum einen bestimmten Neigungswinkel (meist zwischen 30 und 45 Grad) überschreitet. [6]
Einsatzgebiete
Totmannschalter kommen in vielen Branchen zum Einsatz, insbesondere dann, wenn Alleinarbeiter einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. [7]
Baubranche: Auf Baustellen kommt es häufig zu Unfällen, da Mitarbeiter mit großen, schweren Maschinen arbeiten oder elektronische Komponenten installieren müssen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Stürze, Ausrutscher sowie Stolperunfälle, insbesondere in unübersichtlichen Arbeitsbereichen. Darüber hinaus sind Baustellen oft von einer hohen Lärmbelastung geprägt, weshalb die Beschäftigten in vielen Fällen Gehörschutz tragen. Dies hat jedoch zur Folge, dass Hilferufe im Notfall möglicherweise nicht wahrgenommen werden. Zudem befinden sich gerade auf großen Baustellen einzelne Mitarbeiter schnell außer Sichtweite ihrer Kollegen, wodurch ein über längere Zeit Unfall unbemerkt bleiben kann. [8] Pflegebranche:
Pflegekräfte arbeiten häufig allein, wobei ihr Beruf nicht nur durch permanenten Zeitdruck (erhöhtes Risiko für Stürze) gekennzeichnet, sondern darüber hinaus auch physisch sowie psychisch fordernd und belastend ist (z.B. durch Übergriffe seitens Patienten). Letzten Endes ist es daher sinnvoll, auch Pflegekräfte, welche oft ohne unmittelbare Unterstützung tätig sind, mit Totmannschaltern auszustatten, um im Zweifelsfall schnell Hilfe zu erhalten. [9]
Produktion:
Produktionsmitarbeiter verrichte ihre Tätigkeiten häufig unter Zuhilfenahme schweren Maschinen und Werkzeugen, wodurch es schnell zu Unfällen und infolgedessen zu schweren Verletzungen kommen kann. Darüber hinaus kann der Kontakt mit giftigen Gasen, Dämpfen oder Staub zur Bewusstlosigkeit führen, während gleichzeitig die Gefahr von Explosionen besteht. Des Weiteren befinden sich die Mitarbeiter oft außer Sicht- und Hörweite ihrer Kollegen, was durch die großflächigen und unübersichtlichen Produktionshallen begünstigt wird. [10]
Logistik:
Mitarbeitende in der Logistik sind einem erhöhten Risiko für Unfälle ausgesetzt. Zum einen besteht die Gefahr, dass es beim Be- oder Entladen von Containern oder LKWs zu Unfällen kommt, z.B. aufgrund schlecht gesicherter Ware. Zum anderen kann der oftmals herrschende Zeitdruck während des Transports schnell dazu führen, dass Mitarbeiter verunglücken (z.B. im Straßenverkehr, Stürze). [11]
Tankstellen und Sicherheitsdienste:
Bestimmte Berufe bzw. Arbeitsplätze bergen eine erhöhte Gefahr für Fremdeinwirkungen (z.B. Überfälle). Gerade an Tankstellen, die auch über Nacht geöffnet haben, kommt es immer wieder zu Überfällen, weshalb es wichtig ist die Mitarbeiter mittels Totmannschalter ausreichend zu schützen. Gleiches gilt für Mitarbeiter im Sicherheitsdienst, welche allein für die Überwachung von Gebäuden oder Anlagen verantwortlich sind. [12]
Gebäudeinstandhaltung:
Wer im Bereich der Gebäudeinstandhaltung tätig ist, arbeitet nicht nur häufig zu ungewöhnlichen Zeiten, sondern darüber hinaus auch oftmals über längere Zeit alleine. Dadurch besteht das Risiko, dass ein Unfall (z.B. durch stolpern, ausrutschen, stürzen) über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleibt. Letzten Endes ist es daher von großer Bedeutung, die Mitarbeiter mit Totmannschaltern auszustatten, um im Notfall schnellstmöglich Hilfe herbeizurufen. [13]
Weiterführende Links
- Was ist ein Totmannschalter für Personen?, Calima, abgerufen am 07.03.2025.
Einzelnachweise
- Totmannschaltung | Definition & Funktion Almas Industries. Abgerufen am 07.03.2025.
- Was ist ein Totmannschalter für Personen Calima. Abgerufen am 07.03.2025.